Kur-Bulletin I

Damp, im April 1997

Moin, moin,

hiermit dürfen wir mitteilen, daß unser Patient

Frank Winkelnann

sich bei bester Gesundheit befindet, mit Ausnahme der nachfolgenden Diagnose:

Aufgrund der bereits am Tag nach der Ankunft immer stärker werdenen DFÜ- Entzugserscheinungen baten wir den Patienten zu Donnerstag in unsere EDV- Abteilung und stellten dort weitere akute Entzugserscheinungen fest. Der Probant war nur mit großer Mühe in seinem Rollstuhl zu halten, um zu verhindern, daß er sich sogleich auf unsere Rechner stürtzte.
Nach der zu erwartenen ärztlichen Feststellung der Unheilbarheit des Patienten von der "humanus deefülogie" werden wir ihn in die EDV-Station verlegen und ihn dort bitten, den DFÜ-Bazillus unter unseren Mitarbeitern weiterzuverbreiten. Damp befindet sich zwar seit kurzem auch unter der URL "http://www.damp.de" im Internet, aber auf die Kommunikation Behinderter per eMail oder in "Behinderten-Echos" sind wir erst durch den o.g. Patienten gestoßen.
Wir werden uns bemühen, diese Möglichkeit bis zur Entlassung des Probanten weiter auszuloten.

Bis zur nächsten Mail

Ihr REHA-Zentrum Damp ;-)))

 

Kur-Bulletin II

Damp, im Mai 1997

Moin, moin,

in Ergänzung unseres Bulletin I dürfen wir nunmehr mitteilen, daß unser Patient

Frank Winkelnann

sich weterhin bei bester Gesundheit und Laune befindet.

Zur Therapierung seiner DFÜ-Entzugserscheinungen lassen wir den Patienten lange Gespräche mit unserer EDV-Abteilung führen und arrangierten ein Gespräch mit dem Leiter der hiesigen Schule für Körperbehinderte über die Möglichkeiten die dortigen Schüler frühzeitig mit der Kommunikation per eMail vertraut zu machen.

Unterstützt wird diese Therapie durch eine Kurschattin namens Andrea, die gleichaltrig ist und ebenfalls mit dem Medium eMail umgehen kann. Dieser Dame haben wir den Probanten deshalb anvertraut, weil sie eine aufgeschlossene, sympathische und kooperative Unterhaltung für unseren Probanten gewährleistet, andererseits aber durch ihren kurzen Haarschnitt (den unser Patient ja bekanntlicherweise allgemein als "(Kratz-)Bürstenschnitt" bezeichnet, da er meistens mehr von langmähnigen Wesen angetan ist) und durch allwöchentliche längere Besuche ihres trauten Ehemannes gewährleistet ist, daß unser Patient nicht durch Amors Pfeile von seiner DFÜ-Leidenschaft abgelenkt wird.

Auch deshalb bemüht sich die hiesige Patientenbetreuung fieberhaft, die hardwwaremäßigen Voraussetzungen zu schaffen, um möglichst bald neben den bereits laufenden PC-, Betriebssystem-, Winword- und Excel-Schulungen auch DFÜ-Seminare anbieten zu können. Der Probant wurde in diese Vorbereitungen einbezogen und bekommt zu diesem Zweck mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine zweiwöchige Verlängerung seines Aufenthaltes.

Bis zur nächsten Mail

Ihr REHA-Zentrum Damp ;-)))

 

Kur-Bulletin III

Damp, im Mai 1997

Moin, moin,

in Ergänzung unserer Bulletin I und II dürfen wir nunmehr mitteilen, daß unser Patient

Frank Winkelnann

sich auch nach vier Wochen weiterhin bei bester Gesundheit und Laune befindet.

Nachdem seine Krankenkasse sich nach Ablauf der zunächst genehmigten drei Wochen erst auf telefonische Nachfrage durch unseren Chefarzt nur zu einer telefonischen Verlängerung um eine Woche durchringen konnte, ist heute nachmittag am vermeindlichen Abreisetag (!!!) die zweite Verlängerung (wiederum telefonisch) eingetroffen. Über dieses mehr als zögernde Verhalten kann die ärztliche Seite unserer Klinik nur den Kopf schütteln.

Damit ist nun amtlich, daß unser Patient erst am 20. Mai 1997 aus unserem Hause entlassen wird. Abzuwarten bleibt, wie der Patient auf den Entzug seiner Kurschattin reagiert, die bereits gestern unser Haus verlassen hat. Zur Ablenkung wird der Probant am Donnerstag eine Online-Sitzung mit Ärzte- und Verwaltungs- vertretern unseres Hauses leiten. Der Erfolg bleibt abzuwarten.

Bis zur nächsten Mail

Ihr REHA-Zentrum Damp ;-)))

 

Kur-Bulletin IV

Damp, im Mai 1997

Moin, moin,

in Ergänzung unserer Bulletins I bis III dürfen wir nunmehr mitteilen, daß unser Patient

Frank Winkelnann

sich heute selbst aus unserer EDV-Abteilung entlassen hat. Nach einem Großangriff, in der unser Patient den DFÜ-Virus in einer Online-Sitzung weiter unter unseren Mitarbeitern verbreitet hat, wollten wir ihm auch am morgigen Freitag noch das Gnadenbrot verabreichen, aber der Patient lehnte dieses kategorisch ab. Als Ergebnis der heutigen Großoperation, die an drei Monitoren life übertragen wurde, bleibt festzuhalten, daß der Patient aus Sicht der EDV-Abteilung von dem DFÜ-Infekt unheilbar ist und wir nun ebenfalls hiervon angesteckt sind und uns bemühen werden, demnächst Online- Sprechstunden unserer Ärzte zu organisieren.

Bei der ehrenvollen Entlassung aus der EDV-Abteilung befand sich der Proband weiterhin bei bester Gesundheit und Laune. Einzig der Versuch unserer medizinischen Abteilung den Patienten mit je einem Wannenbad an seinen letzten beiden Behandlungstagen (Pfingstsamtag und -montag) allmählich von der intensiven Betreuung zu entwöhnen, erregte seinen spürbaren Unmut.

Nachdem seine Krankenkasse sich aber bei der Genehmigung seines Aufenthaltes so gesträubt hatte, wird er sich wohl aus bloßem Trotz dieser Terminplanung fügen. Daher bleibt es dabei, daß unser Patient erst am 20. Mai 1997 aus unserem Hause entlassen wird.

Bis zur letzten Mail

Ihr REHA-Zentrum Damp

 

Kur-Bulletin V

Damp, im Mai 1997

Moin, moin,

leider müssen wir statt eines Abschlußbulletins in Ergänzung unserer Bulletins I bis IV nunmehr mitteilen, daß unser Patient

Frank Winkelmann

seine eigenmächtige Selbst-Entlassung aus unserer EDV-Abteilung gesundheitlich nicht gut verkraftet hat. Noch am gleichen Abend bekam unser Patient starke Kopfschmerzen, die am nächsten Tag in allergische Hautreaktionen übergingen.

Unsere medizinische Abteilung vermutet eine Sonnenallergie, was unser Patient sllerdings zurückweist, weil er sich an den vergangenen Wochenenden (wg. Schließung unserer EDV-Abteilung) weitaus heftiger der Sonne ausgesetzt habe, als am Nachmittag seiner Selbstentlassung aus der EDV.
Seine Befürchtung in Richtung Kinderkrankheiten, wie z.B. Masern, Windpocken oder sogar Röteln, (schließlich litt er ja unter "Spielzeug- Entzug") konnte unserer diensthabende Arzt zum Glück nicht bestätigen. Uns blieb daraufhin nichts anderes übrig, als unserem Patienten zu empfehlen, am Pfingstwochenende die Sonne zu meiden. Da am Pflingstwochenende in Damp immer ein sehr sonniges Wetter vorherrscht, bedeutete dieses für unseren Patienten Hausarrest!

Weil unser Patient durch die Absage der Wasserbehandlungen ab Pfingstfreitag behandlungsfrei war, ist zu vermuten, daß ihm jede Menge Gedanken über eine vorzeitige Flucht durch den Kopf gingen. Nur sein Verantwortungsbewußtsein als Verkehrsteilnehmer (seine Rückfahrt besteht aus 380 Autobahnkilometern mit Anhänger für Fahrrad und Rollstuhl) ließen ihn wohl erkennen, daß er nicht fahrtüchtig war.

Wir denken aber, daß unser Patient bis zu seiner Abreise wieder fahrtüchtig sein wird und haben deshalb bislang von einer Benachrichtigung einer Eltern abgesehen.

Bis zur hoffentlich letzten Mail

Ihr REHA-Zentrum Damp ;-)))

 

Kur-Bulletin VI

Damp, im Mai 1997

Moin, moin,

in Ergänzung unserer Bulletine I bis V teilen wir nunmehr mit, daß unser Patient

Frank Winkelnann

leider mit einer Sonnen-Allergie aus unserem Hause entlassen wurde.

Ihr REHA-Zentrum Damp ;-)))

Bünde, am Mittwoch den 21.05.97

Hallo Leute,
die REHA Klinik Damp meinte:

>RKD> leider mit einer Sonnen-Allergie aus unserem Hause entlassen wurde.

Da ich dieser Diagnoze überhaupt nicht traute (mir war unerklärlich, wie ich an die Sonnen-Allergie gekommen sein sollte, denn ich war an den Wochenenden vorher viel mehr in der Sonne gewesen, als in den Tagen vor dem "Allergie-Ausbruch") bin ich sofort nach Rückkehr aus Damp hier zum Facharzt für Hautkrankheiten und Allergologie gegangen und der stellte bei mir

W I N D P O C K E N

fest und zog mich für weitere 2 Wochen aus dem Verkehr! :-(((

Gruß
Frank aus OWL

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