Der Artikel "Behinderte weltweit" ist inzwischen veröffentlicht worden:


Wortprotokoll des Sendebeitrages von Bettina Kirchner, Radio Herford, gesendet am 2. Dezember 1996 in der Sendung "Nah dran" zw. 16.00 und 18.00 Uhr:Bettina Kirchner, Radio Herford:"Er heißt Frank Winkelmann, ist 29 Jahre alt und ist spastisch gelähmt. Er hat Hör- und Sprachprobleme. Tagtäglich stößt er auf die üblichen Vorurteile im Umgang mit Behinderten. Seit 2 Jahren ist das anders. Der Bünder hat für sich das Internet entdeckt. Dafür brauchte er seinen Computer, einen Telefonanschluß, ein Modem und die nötige Software. Wenn die Sachen gebraucht angeschafft werden, kein großer, teurer Aufwand. In den 2 Jahren hat Frank Winkelmann im Netz immer neue Leute kennengelernt, Erfahrungen, Probleme und Nöte ausgetauscht. Der Computer als Technik um Barrieren abzubauen."Originalton Udo Rolfsmeier, Kreis Herford: "Dort sind noch andere Behinderte die nicht die Möglichkeit haben, Gespräche, Kommunikation zu führen an jedem beliebigen Ort, ich denke auch an Gehbehinderte die aber mit diesem Medium sich diese Hilfe verschaffen könne, daß Sie auch sehr viel ihren Interessen nachgehen können und sehr viel Themen auch ansprechen können. Keiner weiß diejenigen die sonst sich am Gespräch beteiligen sind die behindert oder sind sie nicht behindert. Es ist hier wirklich eine Gleichheit der Möglichkeiten geschaffen."Bettina Kirchner, Radio Herford:"Möglichkeiten die Winkelmann im Zusammenarbeit mit Udo Rolfsmeier, dem Behindertenbeauftragten, des Kreises vorstellte. Wichtige Erfahrungen eines Betroffenen, denn von den etwa 25 000 Behinderten im Kreis ist fast keiner vernetzt. Dabei kann der Computer ihnen das Leben erheblich erleichtern. Und damit es noch einfacher für Behinderte wird, ist auch der Kreis Herford gefragt. Behördengänge per Computer von zuhause. Für Oberkreisdirektor Henning Kreibohm nur eine Frage der Zeit. Originalton Henning Kreibohm, Kreis Herford:"Z. B. wird uns jetzt hier deutlich, daß die Behörden auch aus einem ganz speziellen Grunde heraus möglichst bald eine Internetnutzung ermöglichen sollten. Speziell für Behinderte bieten sich hier ganz neue Möglichkeiten, die bisher nicht bestanden. Die öffentlichen Hände, auch die Kommunen haben meistens bisher Internetnutzungen eher unter werblichen Gesichtspunkten gesehen, vielleicht auch ein wichtiger Gedanke, aber bei weitem nicht so dringlich wie ein speziell auf Behinderte abgestelltes Programm. Das werden wir aufgreifen, daran werden wir Arbeiten und auch im nächsten Zeitraum entsprechende Angebote machen können." Abmoderation durch Bettina Kirchner, Radio Herford:"Bettina Kirchner für Nahdran."
Empfaenger : Frank Winkelmann
Absender : Ludwig-Kamm@t-online.de (Kath. Kirchengem. St.
Godehard)
Betreff : Spastiker weltweit
Datum : Do 26.06.97, 18:23 (erhalten: 26.06.97)
Groesse : 1366 Bytes
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Sehr geehrter Herr Winkelmann,
Im Internet habe ich Ihren Artikel "Spastiker weltweit - Neue Kommunikationsmoeglichkeiten mit dem PC" gelesen. Da ich einen guten Freund, Spastiker, habe, mit dem ich in einem regen Austausch mittels e- mail stehe, weiss ich um diese hervorragende Moeglichkeit der Kommunikation, besonders fuer Menschen mit einem physischen Handicap.
Nach meinem Eindruck wird von dieser Form der Kommunikation in Deutschland noch sehr wenig Gebrauch gemacht. In Grossbrittanien und den USA dagegen sehr, wie ein Blick auf die penpal-request-Seiten im Web zeigt. Auch sind die Behindertenverbaende in den genannten Laendern sehr viel aktiver im Blick auf die Nutzung des Web. Sie haben mit Ihrem Artikel einen sehr wichtigen Beitrag geleistet, die Nutzungsmoeglichkeiten dieses neuen Mediums bekannt zu machen. Es waere wuenschenswert, wenn viele behinderte Menschen, gerade auch Spastiker, die oft in ihren Artikulationsmoeglichkeiten sehr eingeschraenkt sind, mit dieser Art der Kommunikation bekannt und vertraut gemacht werden koennten. Die oft beschworene Einsamkeit vor dem PC kann sich gerade bei einer Hoer- und Sprachbehinderung in ihr Gegenteil verkehren.
Ich hoffe, dass Sie mit Ihrer Aufklaerungs- und Motivationsarbeit viele Menschen erreichen und ermutigen koennen.
Herzliche Gruesse
Ludwig Kamm