Seit 1998 berichte ich nun schon bei verschiedenen Gelegenheiten über die Problematik des Telefonierens als Hörgeräteträger und stelle die technischen Möglichkeiten vor, die ich selbst nutze. Da ich immer wieder auf meine diesbezüglichen Erfahrungen angesprochen werde, habe ich die verschiedenen Möglichkeiten mal zusammengefasst:
  1. Telefonieren über Induktionsspule
    Der Anfang des Telefonierens für Hörgeräteträger lag in sogenannten Induktionsspulen. Für einige Modelle der analogen Telefone gab und gibt es spezielle Telefonhörer als Sonderzubehör, die eine Induktionsspule enthalten. Dieses fing an mit dem früheren Postapparat, für den es von Siemens einen Hörer in grüner Farbe gab. Auch für das Siemens "set 311" gab es einen Telefonhörer mit integrierter Induktionsspule. Die Fa. Logia stattet später auch analoge Telefone moderneren Designs von Bang&Olufsen mit einer Induktionsspule aus (BeoCom HAC 1600).
  2. Schnurloses Telefonieren über Induktionsspule
    Mein Bericht über schnurlose Telefone mit Induktionsspule wurde im Laufe der Jahre immer wieder aktualisiert. Ich telefoniere immer noch viel und gerne mit dem BeoCom 5000 HAC von Logia. Auf meiner Internetseite zum BeoCom 5000 HAC werden Möglichkeiten aufgezeigt, dieses analoge Schnurlostelefon zu erwerben, trotzdem es nicht mehr im Handel ist.
  3. ISDN-Telefone mit Induktionsspule
    Mir erschien es 2002 als Quantensprung, dass Bang&Olufsen sein ISDN-Telefon BeoCom 3 serienmäßig mit einer Induktionsspule für Hörgeräteträger ausstattete.
  4. Analoges Telefonieren über Funk
    Nachdem der Anschluss einer FM- bzw. Microport-Anlage an ein Telefon zunächst schwierig war, ist der Anschluss der FM-Anlage an jedes beliebige analoge Telefon mit dem TelCom von Phonak nun problemlos möglich.
  5. Telefonieren mit Handy
    Viele Hörgeräteträger haben Probleme beim Telefonieren mit einem Handy. Wenn das Handy direkt ans Hörgerät gehalten wird, überlagern funkatmosphärische Störgeräusche das Telefonat. Einige Anbieter bieten daher Induktionsschleifen oder Headsets mit integrierter Induktionsspule als Sonderzubehör an, mit denen das Handy nicht direkt ans Hörgerät gehalten werden muss. Mein Problem war, dass z.B. die Induktionsschleife nicht ständig am Handy verbleiben konnte, sondern für jedes Telefonat erst am Handy angeschlossen werden musste. Oftmals hatten Anrufer schon aufgelegt, bevor ich den Anruf wahrgenommen und die Induktionsschleife angeschlossen hatte. Daher ließ ich alle Anrufe sofort auf den Anrufbeantworter gehen und musste diesen dann immer erst abhören und den Anrufer zurückrufen. Eine umständliche und kostenverursachende Prozedur.
  6. Telefonieren mit Handy über Bluetooth
    Seit 2004 kann ich auch mit dem Handy Anrufe direkt annehmen. Der SmartLink von Phonak verbindet die Hörgeräte mit jedem beliebigen Bluetooth-Handy. Der Ton wird zwischen Handy und SmartLink per Bluetooth übertragen und vom SmartLink zu den Hörgeräten über die bewährte FM-Funktechnik.
  7. ISDN-Telefone mit Bluetooth
    Da die Bluetooth-Technik international standardisiert ist, sollte das Telefonieren mit dem SmartLink auch über das bluetoothfähige ISDN-Telefon SX353 von Siemens funktionieren. Tut es auch, nur wenn der Hörgeräteträger jemand anrufen will, ist dieses noch etwas problembehaftet (siehe meinen Bericht zum SX 353).
  8. Telefonieren mit dem PC über Bluetooth
    Aufgrund der Probleme mit dem SX353 von Siemens habe ich auch das Telefonieren per Computer getestet. Der SmartLink lässt sich auch mit Bluetooth-Schnittstellen von PCs verbinden. Das Telefonieren über den PC funktioniert störungsfrei, erfordert aber etwas Konfigurationsaufwand.

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