Eigentlich wollte ich aufgrund eines akuten Anfalls von Schreibfaulheit von Teneriffa gar keinen Reisebericht schreiben. Aber nachdem mein letzter Reisebericht auch aufgrund seiner Veröffentlichung in der Zeitschrift "HANDICAPPED-Kurier" ein solch positives Echo hervorgerufen hatte (ich wurde auf dem Düsseldorfer Flughafen aufgrund dieses Berichtes von einer wildfremden Leserin erkannt!), habe ich doch wieder in die Tasten gegriffen. Ich bitte jedoch um Verständnis, dass ich in diesem Bericht nicht so gründlich die Aspekte des behindertengerechten Reisens beleuchte, hier sei auf den Bericht über Lanzarote verwiesen.
Nach den äußerst positiven Eindrücken meiner Reise im letzten Jahr habe ich mir dieses Jahr Teneriffa als Ziel ausgesucht. Von Düsseldorf ging am 17. November 2000 mein Hapag-Lloyd-Flieger nach Teneriffa-Süd. Im Gegensatz zur ersten Reise erwartete mich dieses Mal kein Grabowski-Helfer am Flughafen. Dieses war zwar für mich persönlich nicht weiter tragisch, aber es wäre organisatorisch geschickter gewesen, der Veranstalter hätte seine Kunden drüber informiert - so wartete ich ab vier Uhr vergeblich, um dann um halb fünf selbstentschlossen auf eigene Faust einzuchecken und entsprechende Fragen der freundlichen Hostess 'Reisen Sie mit einer Gruppe?', 'Wie groß ist die Gruppe?' mit einem Achselnzucken beantworten zu müssen. Irgendwie blöd.
Da das Flugzeug nicht völlig ausgebucht war, konnte ich mich nach dem Start auf einen Fensterplatz setzen. Zwar war es noch dunkel, ich konnte noch nichts draußen sehen, aber ich hatte nun eine Reihe für mich. Das Frühstück hätte ich dann auch fast verschlafen. Im Anflug auf Teneriffa lohnte sich der Fensterplatz dann wirklich. Bei wunderschönem Wetter flogen wir über den nördlichen Teil Teneriffas, östlich um den Teide (der malerisch schön aus der Wolkendecke herauslugte) herum zu unserem Zielflughafen. Nach gelungener Landung stieg ich mit den übrigen Fluggästen aus und wurde auf dem Flughafen Teneriffa-Süd von einer ganzen Armada spanischer Helferinnen und Helfer empfangen, die Tafeln mit dem Behindertensymbol hochhielten und damit ihre Hilfe anboten. Ich ignorierte diese Hilfsangebote, weil ich mangels anderer Informationen spätestens hier die Grabowski-Crew erwartete (erst später erfuhr ich, dass unser Reiseveranstalter uns natürlich bei der Fluglinie Hapag-Lloyd als behinderte Fluggäste angemeldet hatte, und diese sich um uns kümmern wollten - als meine rollstuhlfahrende Mitfliegerin [die ich nach meinem Einchecken in Düsseldorf doch noch kurz kennengelernt hatte] nach allen anderen Mitreisenden aus dem Flugzeug gebracht wurde, fragte man sie nach den zweiten Behinderten). Nachdem ich mit Hilfe anderer Reisender mein Gepäck samt Rolli-Batterien auf einem Koffer-Colly hatte, machte ich mich auf die Suche nach meinem Rolli. Eine kurze Rückfrage beim Schalter der heimischen Fluglinie mit meinem Brocken Englisch und etwas Zeichensprache brachte ein heftiges spanisches Telefonat und in Bruchteilen von Minuten meinen Rollstuhl herbei. So, jetzt hatte ich mein Gepäck und meinen Rolli, aber immer noch nichts von der Grabowski-Crew gesehen. Also immer abwechselnd Rolli und Colly im Flughafengewühl etwas weiter Richtung Ausgang bewegt. Dort sprach mich eine TUI-Hostess an, ob sie mir helfen könne. Da meine Reise von Grabowski über TUI gebucht war, fragte ich sie, ob sie mir sagen könne, wo ich jemanden von Grabowski-Reisen finden könne? 'Ach Grabowski? Ja, ich schau mal nach, ob ich jemanden finde.' Kurze Zeit später kam ein junger Mann auf mich zu, der sich vorstellte von der Firma LeRo und sagte, dass er den Transfer zum Hotel für Grabowski durchführe. Während wir zum Wagen gingen, war ich zunächst noch etwas skeptisch, ob ich richtig war (schließlich kann da ja jeder kommen!). Diese Skepsis löste sich etwas, als am Transporter "mar Y sol" zu lesen war, der Name "mar Y sol" war mir vor einigen Wochen auf der REHAcare in Düsseldorf bekannt geworden, es handelt sich um ein behindertengerechtes Hotel, das sich völlig auf behindertes Publikum eingestellt hat. Klar, dass ein solches Haus auch über Transportmöglichkeiten für Rollstuhlfahrer usw. verfügt. Kurze Zeit später wurde auch meine Mitfliegerin herangeschoben und die Fahrt zum Hotel begann.
Über die Autobahn ging es nach Los Christianos. Da der Flughafen Teneriffa-Süd nur über die Autobahn zu erreichen ist, darf sie hier übrigens ausnahmsweise auch von passionierten Fußgängern, Radfahrern u.a. genutzt werden.
Während der Fahrt erklärte unser Fahrleiter uns die verschlammte Fahrbahn mit einem Jahrhundertregen, der Teneriffa in der letzten Woche heimgesucht hatte. Meine Mitfliegerin Ruth meinte, sie würde mich kennen und befragte mich, ob ich schon mehrere Reisen mit Grabowski gemacht hätte - ich verneinte und berichtete dass ich bisher nur mit nach Lanzarote gewesen sei. Daraufhin wollte sie wissen, ob ich denn den Bericht geschrieben hätte. Als ich dieses bestätigte, erzählte sie mir, ich sei ihr schon auf dem Flughafen Düsseldorf so bekannt vorgekommen. Damit hatte Wolfgang mal wieder recht, der mir prophezeite, mit der Veröffentlichung würde ich berühmt - ich werde jetzt schon auf dem Flughafen erkannt. <grins>
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| Im Gran Hotel Arona, einem fünfstöckigen, Vier-Sterne-Hotel mit sechs Aufzügen, erwartete uns dann endlich auch unser Reiseleiter Michael Kurzendörfer, der extreme Schwierigkeiten hatte, die benötigten Zimmer zu bekommen, weil das Hotel völlig überbucht war. Diese Zwickmühle ließ sich auch nicht völlig lösen, so dass er selbst mit einem Mitreisenden in einem anderen Hotel übernachten musste. | ![]() |
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Der Samstag diente der Erholung mit einem ersten Bad im Pool und/oder in der Sonne. Am Vormittag stellte uns Michael das Programm der kommenden zwei Wochen vor, am Nachmittag folgte der erste Bummel nach Los Christianos.
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Sonntag bot Michael uns den ersten Ausflug auf den Pico de Teide an. Er hatte dafür einen Bus von LeRo engagiert, der über einen Rollstuhllift verfügt. Es handelte sich um ein echtes Schmuckstück, der Transport eines/r Rollstuhlfahrers/-in in und aus den Bus benötigte keine halbe Minute mit dem eingebauten Rollstuhllift.

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Werner, unser Fremdenführer, entpuppte sich als waschechter Schwabe, der zudem gerne und gut "schwätza". Er führte uns über Arona auf Teneriffas markantestes Wahrzeichen, den 3718 m hohen Pico de Teide. Ein absolut unbeschreibliches Erlebnis, mit dem Bus durch die Wolkendecke zu fahren, um dann von oben auf die Wolken und das Tal herabzuschauen. Mittagsrast machten wir im "Restaurante- Buffet Teide" in den " Cañadas del Teide", einem Restaurant dessen Toilette auch für Rollstuhlfahrer nutzbar war. Anschließend ging es dann über El Rosario am Nordflughafen (einem der drei von der internationalen Pilotenvereinigung als gefährlichsten Flughafen der Welt) vorbei in La Laguna wieder auf die Autobahn an der Ostküste Richtung Süden ging. |
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Montag war dann wieder Pooltag. Mit einer kleinen Gruppe machten wir uns aber mittags unter Führung von Michael auf zu einem Bummel nach Las Americas. Ins Casino wollte er allerdings nicht mit uns, stattdessen setzten wir uns in eines der vielen Straßencafés.
| Hier musste ich mich mal wieder von einem der vielen unberechtigten Klischees trennen - Michael, dessen Äußeres und Auftreten (Lockerheit, langer Zopf, Idealismus) eher dem Urtypus eines in der Behindertenarbeit tätigen Zivildienstleistenden entspricht, erzählte mir, dass er vier Jahre bei der Bundeswehr war und einiges in dieser Zeit Gelerntes in Sachen Menschenführung, Verhandlungsgeschick, Durchsetzungsvermögen etc. nicht mehr missen möchte. | ![]() |
Auf dem Rückweg wies er uns noch auf das schwedische Hotel "Vulcano" hin, das mehrere völlig behindertengerechte Appartements hat, seine Sicherheitsbestimmungen aber insoweit übertreibt, dass Behinderte nur im Kellergeschoss untergebracht werden.
Dienstag war wieder herrliches Poolwetter mit 29°C Wasser- und 34°C Lufttemperatur.
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Am Mittwoch machten wir eine zweistündige Schifffahrt zum "Wal Watching", dieses Mal bekommen wir echte Wale zu sehen, deren Ausmaße das Walwatching am Pool oder am Strand doch erheblich übertreffen. <grins> |
Bei aller Urlaubsidylle soll aber nicht verschwiegen werden, dass das Grabowski-Helferteam leider auch wieder Gelegenheit hatte, seine Souveränität im Umgang mit Anfallsleiden unter Beweis zu stellen. Ursache dafür können unterschiedliche Faktoren sein. Da steuerbare Faktoren wie unregelmäßige Medikamenteneinnahme oder übermäßiger Alkoholgenuss in diesem Falle nicht ursächlich sein konnten, mussten wir andere mit jedem Urlaub verbundene Ursachen, wie Klimaumstellung, ungewohnter Tagesablauf oder andersartige Nahrung vermuten. Dieses zeigt, wie wichtig die Angabe von vorhandenen Anfallsleiden bei der Reiseanmeldung ist, damit die Helfer im Falle des Falles wissen, wie sie reagieren müssen.
Am Donnerstag stand uns wieder Werner mit seinem Lieblingsfahrer Francisco für eine Inselrundfahrt zur Verfügung. Dieses Mal ging der Ausflug an der Westküste Richtung El Tanque.
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In Los Realejos machten wir Mittagsrast im Mesón El Monasterio, einem ehemaligen Kloster, das nun als Weindorf dient. Der Besitzer ist Deutscher und antwortete auf die Frage, warum er eine richtige Behindertentoilette einbauen ließ, dass es an deutschen Autobahnen doch auch welche gäbe. | ![]() |
In Santa Ursula war mir dann nach dem Besuch einer Lederwarenfabrik (mit Honig-Rum-Umtrunk) das Glück insoweit hold, dass ich bei der Tombola einen Ledergürtel gewann, Pech nur, dass der Damengürtel mir höchstens um den Hals passt. Kommentar von Bernhard: 'Monsch Frank, Du machst es aber kompliziert - während andere Männer ihren Frauen öfters einen passenden Gürtel kaufen müssen, musst Du nun zum Gürtel die passende Frau finden!' Bei der Rückkehr zum Hotel erleben wir den ersten kanarischen Regen, der allerdings nicht lange anhielt.
| Freitag war wieder Erholung am Pool angesagt, abends unternahmen dann zwei Reisende mit zwei Helfern den kläglichen Versuch, die Lokalitäten von Los Christanos zu erkunden, um schließlich völlig enttäuscht das letzte Bier an der Hotelbar zu erhaschen. | ![]() |
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Auch Samstag war Pooltag. Das Photo zeigt mich im Pool mit Ottili, der einen Teil dieser Photos zu diesem Bericht beisteuerte. Nach dem Abendessen brach ich dann allein Richtung Las Americas auf. Die Orte Los Christianos und Las Americas sind durch eine mindestens fünf Kilometer lange Promenade miteinander verbunden, die für Rollstuhlfahrer geradezu ideal ist. Allerdings wird es im Ortskern von Las Americas durch überhohe Bordsteine und Straße zum Teil recht problematisch. |
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Auf der
sonntägigen Nordtour führte uns Werner über die
Autobahn nach Santa Cruz de Tenerife. Nach einem kurzen Fotostop
auf einem ehemaligen Kieswerk mit Blick auf den mit Sahara-Sand
angefüllten Strand, ging es über die gebirgige und
kurvenreiche Strecke nach Almáciga.![]() |
| Dort wurde uns
zunächst im "Bar Place" Fisch, Schnitzel oder spanisches
Omelett serviert, bevor wir einen ins Meer vorspringenden Felsen
mit unseren Rollstühlen befuhren. Zurück ging es wieder
am Nordflughafen vorbei und dann auf die Autobahn Richtung
Südinsel.
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Am Montag, den 27. November war Pool-Tag, leider hatten wir eine dichte Wolkendecke am Himmel, aber das tat der guten Stimmung keinen Abbruch. Die Modenschau, die das Hotel zur Animation durchführte, wurde von Bernhard sträflicherweise verpennt. Wir sahen es aber auch nicht für nötig an, ihn deswegen zu wecken.
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| Abends gingen wir dann noch in eine der Straßenkneipen, der dortige Beatle-Verschnitt und die Elvis-Imitation riss zwar niemanden vom Hocker, bot aber Maria wenigstens Gelegenheit zum Tanzen. | Auch Ewald ließ sich nicht nehmen, mit einer gekonnten Showeinlage als Gitarrist die Stimmung anzuheizen. Da leider keine geeignete Gitarre vorhanden war, stelle Max kurzerhand sein Bein zur Verfügung. |
Dagmar lies sich von Bernhard zu einer kleinen Verschwörung gegen meine Wenigkeit anstiften, was ihr für diesen Tag ihren Stammplatz in meinem "Helfer-Dream-Team" kostete, aber meine Rache in Form von Feuerzeugentzug und Bierklau lies nicht lange auch sich warten!
Auch Dienstag war Pool-Tag, Thomas und Michael gingen auch mit einigen zum Strand, aber da der Strand nicht so schön in unmittelbarer Nähe des Hotels war, habe ich auf das Meerbad verzichtet. Zwei der Mitreisenden mieteten sich für die nächsten drei Tage Elektromobile, so dass sie ebenso mobil waren, wie ich mit meinem efix.

Mittwoch stand dann der Loro Parque auf dem Programm. Werner und sein Lieblingsfahrer kutschierten uns ein letztes Mal mit dem Bus dorthin. Der Logopark ist ein Papageienpark, der um Pinguine, Delphine, Seelöwen, Tiger und ein Aquarium erweitert wurde. Durch das Aquarium führt ein gläserner Tunnel, in dem man Haie aus der Nähe betrachten kann.

Anschließend feierten wir am Abend weiter Abschied in einem Country-Lokal.
| Unseren letzten Tag verbrachten wir wieder am Pool, die Helfer verschönerten Bernhard mit einer Badekappe - er genoss es sichtlich, sich noch einmal richtig im Pool bespritzen zu lassen. Bei all diesem Trubel bekam ich überhaupt nicht mit, dass um dreiviertel fünf Uhr die Grabo-Abschiedsfete stattfinden sollte. Die Versuche der Helfer, mich durch Klopfen an der Hoteltüre zu erreichen, scheiterten kläglich, weil ich zu dieser Zeit wahrscheinlich unter der Dusche stand. Ohne Hörgeräte bekam ich natürlich nicht mit, dass man mich suchte und packte vorher noch in aller Seelenruhe meinen Koffer. | ![]() |
Erst danach machte ich meine Hörgeräte wieder in die Ohren und Helfer Thomas hatte das Glück, dass ich sein Klopfen hörte und ihm vorsichtig - weil noch wenig bekleidet - die Tür öffnete. Dann schnell Klamotten an und runter zur Grabo-Abschiedsfete. Dort wurde ich natürlich mit tosendem Applaus begrüßt, bekam aber noch etwas vom Sangria ab und Michael hatte auch mit der Übergabe seiner Abschiedsgeschenke an einige Reisende und seine Helfer so lange gewartet.
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| Unsere Helfer Max, Dagmar, Thomas und Reiseleiter Michael. |
Die Teneriffa-2000-Gruppe. |
Freitag stand dann leider schon der Rückflug auf dem Programm. Da mit Michael nun ein zusätzlicher Helfer für die Flüge zur Verfügung stand (beim Hinflug war er schon zwei Tage vorher zur Vorbereitung geflogen) hatte Helferin Dagmar vergeblich versucht, zur Unterstützung der Hamburger Ottili und Bärbel ihren Rückflug statt nach Frankfurt nach Hamburg umzubuchen, was auch ihrem Heimatziel entgegen gekommen wäre. Als dieses nicht klappte, buchte sie dann nach Düsseldorf um und begleitete Ruth und mich während des Fluges, um dann selbst mit dem Zug auch noch am gleichen Tag zu Hause einzutreffen.
Damit gehen erneut zwei schöne Wochen zu Ende.
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Mein persönliches Fazit dieser Reise fällt wieder positiv aus. Peter Grabowski hat uns wieder eine Reise mit gewohnter Qualität geboten. Kleinere Pannen gibt es bei jeder Reise, gegen die Totalüberbuchung des Hotels ist er als "kleiner Reiseunternehmer" im Vergleich zu den großen Reiseketten vermutlich machtlos. Trotzdem wird er sich bemühen müssen, zukünftig bessere Kontingentplanung zu betreiben, denn nach meiner Beobachtung waren einige der anderen Reisenden sehr enttäuscht, nicht das gebuchte Einzelzimmer bekommen zu haben. Auch ich - der erfolgreich auf das Einzelzimmer bestanden hatte - fühlte mich in meiner Rolle nicht unbedingt wohl, wenn ich sah, dass andere sich mit Dreibettzimmern begnügend mussten oder gar (wie Volker und Reiseleiter Michael) jeden Tag in ein anderes Hotel pendeln mussten.
Nachdem sich aus dem Unternehmen Grabowski-Reisen drei konkurrierende Unternehmen herausgebildet haben, bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Jedes Unternehmen wird seine Stärken und Schwächen entwickeln. Jeder wird Schwerpunkte bei den Reisezielen setzen müssen, auch die Qualität der Helferinnen und Helfer wird für uns Kunden von großem Interesse sein.
Niemand sollte von dieser zusätzlichen Konkurrenzsituation (es gibt auch noch einige wenige andere Spezialanbieter) Preisvorteile erwarten, dazu ist der Markt zu klein und zu eng. Der Preisdruck in der "nichtbehinderten" Reisebranche wird Behindertenspezialanbieter immer zwingen, am untersten Limit bei ihren Preiskalkulationen zu arbeiten, egal wie viele Spezialanbieter es in diesem Bereich gibt. Diesbezüglich hat sich das Splitting eher nachteilig ausgewirkt, denn es bindet zusätzliche Ressourcen, der administrative Aufwand hat sich verdreifacht (Werbung, Geschäftsführung etc.). Trotzdem bin ich der Ansicht, dass die Konkurrenzsituation sich zumindest auf den Umgang mit uns Kunden positiv auswirken muss.
Auf zu neuen Taten und Reisen!
Alle Angaben ohne Gewehr!
Rechtschreibpfähler © Frank Winkelmann, Bünde
2000