Tütenhollis
Weihnachtsgarn 2000
9. Dezember 2000
Am Freitag, den 8.12.
brach ich gegen 17:15 Uhr nach Friedeburg auf.
Mein Freund Holli
hatte zum Weihnachtsgarn 2000 eingeladen. Außer
15 Minuten Stau an einer Baustelle Cloppenburg (währenddessen
ich Holli per eMail unterrichtete, dass ich
unterwegs war) klappte alles wunderbar und ich
kam doch noch pünktlich in Friedeburg an.
Holli hatte mir eine exakte Wegbeschreibung
geschickt, meine eigene Schuld nur, wenn ich
Wiesmoor und Wittmund verwechselte (sind eben
beides ostfriesische Städte die mit "W"
anfangen und als Alleinfahrer kann man nicht
jederzeit auf die Wegbeschreibung gucken) und
dadurch Friedeburg in die falsche Richtung
durchfuhr, um den weiteren Weg am falschen
Ortsausgang von Friedeburg zu suchen.
| Annette (die
mit den 2 'n', 2 't', 2 'e' und 1 'A')
und Holli empfingen mich mit einem schönen
Abendessen; leckere Schnittchen und 'russische
Eier' wurden mit einem friesisch-herben
Jever vertilgt. |
 |
Nachdem wir dann
mein Auto zu meinem Quartier (eine 63m²-Ferienwohnung,
die ich in der ersten Nacht alleine bewohnte)
gebracht, und ich von der netten Vermieterin den
Schlüssel in Empfang genommen hatte, konnten wir
in Ehrlings Wohnzimmer zum gemütlichen Teil übergehen.
Mit dem Video von der letzten gemeinsamen
Veranstaltung, dem auch von Holli organisierten WÜMM
1998, und meinen Photo-CDs von Teneriffa ging der
Abend viel zu schnell vorüber, auch weil das
Jever und Annettes (die mit den 2 'n', 2 't', 2 'e'
und 1 'A') Neujahrsröllchen so lecker schmeckten.
Zwar begründete die Gastgeberin um 22.00 Uhr
ihre ersten Gähnanfälle noch mit einer
obligatorischen Zehn-Uhr-Müdigkeit, aber um elf
war der schöne Abend dann doch für uns alle
lang genug und Annette (die mit den 2 'n', 2 't',
2 'e' und 1 'A') und Holli brachten mich zu
meinem Quartier.
Am Samstag war ich um 10 Uhr bei Ehrlings zum Frühstück
eingeladen. Pünktlich wie ich selten bin, stand
ich schon um 9.30 Uhr vor dem Haus meiner
Gastgeber. Ich traute mich gar nicht schon zu
schellen, aber da Annettes (die mit den 2 'n', 2
't', ...) Auto schon weg war (wahrscheinlich zum
Brötchenholen), nahm ich mein Herz in die Hände
und drückte die Klingel. Kurze Zeit später
summte der Türöffner und ich konnte eintreten.
Hinter der Wohnungstür stand Holli, noch in
seinem besten Anzug, in dem man sich nur gegenüber
seiner engsten Familie und vielleicht noch den
besten Freunden zeigt. Der Computer lief bereits
und Holli druckte mir erst ein frisches Gedicht
aus, das UnsUwe uns gemailt hatte.
Schaurig
schön
Why Nachten ? Why not !
When the last Kalender-sheets
flattern through the winterstreets
and Dezemberwind is blowing,
then is everybody knowing
that it is not allzuweit:
here she comes - the Weihnachtszeit.
All the Menschen, Leute, people
flippen out of ihr warm Stueble,
run to Kaufhof, Aldi, Mess,
make Konsum and business.
Kaufen this und jene things
and the Churchturmglocke rings.
Manche holen sich a Taennchen,
when this brennt, they cry "Attention".
Rufen for the Feuerwehr:
"Please come quick to loeschen her!"
Goes the Taennchen of in Rauch,
they are standing on the Schlauch.
In the kitchen of the house
mother makes the Christmasschmaus.
She is working, schufts and bakes
the hit is now her Yoghurtkeks.
And the Opa says als Tester:
"We are killed bis to Silvester".
Then he fills the last Glas wine -
yes, this is the christmastime!
|
Day by day does so vergang,
and the Holy night does come.
You can think, you can remember,
this is immer in Dezember.
Then the childrenlein are coming
candle-Wachs is abwaerts running.
Bing of Crosby Christmas sings
while the Towerglocke rings
and the angels look so fine -
well this is the Weihnachtstime.
Baby-eyes are big and rund,
the familiy feels kerngesund
when unterm Weihnachtsbaum they're
hocking
then nothing can them ever shocking.
They are so happy, are so fine -
this happens in the Christmastime!
The animals all in the house,
the Hund, the Katz, the bird, the mouse,
are turning round the Weihnachtsstress,
enjoy this day as never less,
well they find Kitekat and Chappi
in the Geschenkkarton von Pappi.
The familiy begins to sing
and wieder does a Gloeckchen ring.
Zum song vom gruenen Tannenbaum
the Traenen rennen down and down.
Bis our mother ploetzlich flennt:
"The christmas-Gans im Ofen brennt!"
Her nose indeed is very fine.
This is the end of Weihnachtstime. |
Vor dem Frühstück nahm mich Andreas Brunen,
Lindas Freund, nach einigem Zögern doch noch
wahr, aber der Gute hatte einfach noch keinen
Kaffee gehabt, auch Uwes Gedicht konnte er zu
dieser Zeit noch nicht richtig erfassen. An die
vorzügliche Bewirtung mit Ostfriesischem Tee,
leckeren Brötchen und einem kleinen Schokoladen-Nikolaus
hatte ich mich nun schon fast gewöhnt. Mir fiel
nur auf, dass wohl ein Nikolaus fehlte und
Annette (die mit den ... 'na, ihr wißt schon),
als Gastgeberin, Ehefrau und Mutter, selbstlos
zugunsten der übrigen verzichtet hatte. Das
musste ich doch am nächsten Morgen unbedingt
honorieren!
Nach dem Frühstück tat Holli etwas, was
eigentlich mir vorbehalten ist. Er randalierte nämlich
etwas, indem er Annettes (die mit den 2 'n', 2 't',
2 'e' und 1 'A') Adventskalender und einige
andere Kleinigkeiten von der Pinnwand riss.
Dieses wurde aber durch Annettes (die mit ...)
Gewinn aus dem Lotto/Totto-Rubbel-Adventskalender
egalisiert. Waren zwar nur zwei Märker, aber
immerhin.
Beim Thema Randale erfuhr ich dann, dass Ehrlings
neue Küchenstühle hatten, nachdem Andreas und
Linda sich so heftig auf den alten Stühlen vergnügt
hatten, dass diese entsorgt werden mußten. Nach
dem Frühstück bekam ich eine Küstentour mit
einem BMW ohne Typenbezeichnung, dafür mit
Lederbezügen, Bordfernseher, Autotelefon etc.
nach Wilhelmshaven geboten. Während dieser Tour
erledigten Holli und ich nebenher auch noch
unsere Einkaufsaufträge. Er mußte chinesische
Pilze und ich zwei Becher Sahne mitbringen, weil
ein echter Frostfriese bekanntlich immer nur ein
Teil im Gedächtnis behalten kann. Nachdem Holli
und ich im Supermarkt erst lange gerätselt
hatten, welche Sahne wir mitbringen sollten (wir
einigten uns richtigerweise auf Schlagsahne),
fuhren wir mit 286 PS nach Wilhelmshaven. Dort
zeigte mir Holli zunächst sein Geburtshaus, das
zwar nicht mehr in Familienbesitz ist, an dem
aber immer noch im wunderschönen Gußeisen seine
Initialien (HE) prangen, die auch die Initialien
seines Vaters Hermann Ehrling waren. Danach
fuhren wir zum Wilhelmshavener
Hafen, wo ich endlich
wieder die geliebte Nordseeluft bei kräftiger
Brandung durch meine Lungenflügel pumpen konnte.
| Nach
Hollis kleinem Schwatz mit Granati und
dem Einkauf der Tung Ku-Pilze und dem
Waschen der Ehrlingschen Familienkutsche
ging es wieder zurück nach Friedeburg,
wo Annette (die mit den 'na, wißt ihr's
wirklich noch?) inzwischen eine Hühnersuppe
vorbereitet hatte und auf die
chinesischen Pilze wartete. |
 |
Nach diesem köstlichen
Mittagessen durfte ich dann der Betoni-Bäckerei
zuschauen.

Was ihr wißt
nicht, was Betonis sind? Betonis sind Hollis
Echte! Kapiert? Okay, Holli brät selbst Karamel-Lutscher,
auch Betonlutscher genannt. Wer jetzt noch nicht
durchschaut hat, was Betonis sind, der sollte
einfach bei Holli vorbeifahren.



Die Zutaten wurden
sorgsam abgewogen, das sah bei Holli so aus, dass
er 250g Zucker abwiegen wollte und es dann auch
bei 351g beläßt. Sein Kommentar: 'Auf 1 g kommt
es nicht an!' Nach zwei Pfannen voll Betonis räumten
wir die Küche und fertigten Tischkarten für den
Abend. Zwischendurch traf UnsUwe
(Nachname: Sonntag)
ein und Annette (die mit den 'wie war das noch
mal?) hatte den Kaffeetisch gedeckt. Jetzt trank
ich meinen Tee erstmals im ostfriesischen Stil, d.h.
mit Kluntje und Milch. Als "Amateur-Ostfriese"
ist mir natürlich längst bekannt, das der
Ostfriesische Tee richtig zelebriert werden muss.
Erst kommt der Kluntje in die Tasse, dann wird
dieser mit dem Tee übergossen und erst anschließend
wird die Milch ganz vorsichtig mit dem Löffel am
Rand der Tasse zugefügt. Der Tee darf durch das
Zugiessen der Milch nicht beunruhigt werden,
sondern die Milch muss am Tassenrand auf den
Boden der Tasse fließen und dann von dort mit
den herrlichsten Blütenmotiven aufsteigen. Erst
danach darf der Tee umgerührt werden.
Die Zeit nach der Teezeit verging im Fluge, Uwe
und ich brachten mein Auto zu unserem Quartier,
Holli und die zwischenzeitlich eingetroffene
Britta brachten die Zeitungspapierpakete (dazu später
mehr) ins Lokal und Thilo trudelte auch noch ein.
Um 18.45 Uhr stießen dann noch Ehrlings Nachbarn,
Helga und Friedhelm Schnülle zu uns und nachdem
Holli und seine Annette (die mit den 'ähhh)
endlich wieder aus dem Schlafzimmer kamen (frisch
gestylt), konnten wir uns auf den Pad machen. Bei
wunderschön klarem Wetter marschieren wir zur Gaststätte
Oltmanns.
Dort empfing uns die Chefin Corinna Schumacher
schon am Eingang recht herzlich und führte uns
das Polyphon vor. Dieses alte Gerät spielte -
nach einigem Zögern (weil es sonst nur für
Brautpaare und Jubelpaare bemüht wird) tatsächlich
noch eine schöne Melodie für uns. Im kleinen
Saal wartete schon Familie Blatz (Janika mit
ihren Eltern Anja und Andreas und ihren Großeltern
Elfriede und Johann Janßen) auf uns. Ein
wunderschöner Tisch war für uns eingedeckt, überall
brannten unzählige Kerzen und für den weiteren
Abend war die Kegelbahn für uns reserviert.
Nachdem wir uns für eines der vielen Getränke
entschieden hatten (Bier: Jever, Warsteiner oder
Köstritzer) konnte sich jeder sein Essen à la
carte bestellen. Die Auswahl reichte von der Grünkohlkarte
bis zur normalen Speisekarte mit Fisch, Fleisch
und Salat, alles was man sich vorstellen kann.
Zwischenzeitlich kam dann noch Lindas Freundin
Linda Rust mit Wilfried Lemberger und die Enders
(Karin und Herbert). Das Essen fiel dann ebenso
aus, wie alles andere in diesem gastlichen Haus:
Einfach überwältigend!
| Nach dem
guten Essen wechselten wir dann zur
Kegelbahn, wo auch unsere
Zeitungspapierpakete auf uns warteten. An
dieser Stelle muss ich nun die Bewandnis
mit den Zeitungspapierpaketen erklären.
Holli hatte uns in seiner Einladung
gebeten, drei Päckchen umwickelt mit
Zeitungspapier mitzubringen. Der Inhalt
sollten Dinge sein, die man selbst nicht
mehr benötigt, die aber anderen
vielleicht noch eine Freude machen könnten.
Diese Päckchen werden dann während des
Abends untereinander ausgeknobelt. |
 |
Holli hatte hübsche
Tischkärtchen gemacht, die uns an unsere Plätze
wiesen. Während des Kegelns mußten dann natürlich
die Päckchen ausgeknobelt werden. Die Erklärung
der Spielregeln durch Holli, ging allerdings völlig
an mir vorbei, weil er es dabei nicht lassen
konnte, mein Bier umzuschmeißen. Auch UnsUwe ließ
sich ebenso wie Johann davon so beeindrucken,
dass es lange so aussah, dass wir drei gemeinsam
die Loser des Abends werden würden. Nachdem
Holli als Glücksbringer bereits versagt hatte,
holte ich mir Annette (die mit den ???) als Glücksbringerin,
das brachte mir endlich drei Pik und das
vorletzte Päckchen vom Tisch. Nun durfte bei
entsprechenden Würfeln der eine dem anderen ein
Päckchen abnehmen. Hierbei lieferte ich mir ein
heftiges Würfelduell mit Andreas (Hollis
derzeitigem Schwiegersohn in spe) um ein
bestimmtes Päckchen. Johann und UnsUwe blieben
auch dabei ohne Erfolg, so dass sie am Schluss um
das letzte Päckchen (das extra hierfür
reserviert war) knobeln mußte. UnsUwe hatte dann
allein die Ehre, die Rolle des Losers zu übernehmen,
die ihm aber zwei Päckchen anderer gutmütiger Gäste
einbrachte. Nach dem Auspacken aller Pakete (wir
stakten förmlich durch Zeitungspapier) lüftete
ich dann unter Beteiligung von Andreas das
Geheimnis um das von uns beiden heiß begehrte Päckchen.
Es war mindestens zehn Mal mit Zeitungspapier
gepackt, bevor dann endlich Geschenkpapier und
zuletzt eine Krawatte mit Motiven der mobilen
Kommunikation und ein Fondue-Kochbuch auftauchte.
Nachdem ich die Krawatte mit einem Holli-Knoten
umgebunden hatte, gab Andreas zu, dass das Päckchen
doch den richtigen Adressaten gefunden hatte. Das
Kochbuch hätte ihm allerdings noch besser zu
Gesicht gestanden als mir, denn bei seiner Körpergröße
von 207 cm lassen sich die zusätzlichen Kilos
besser verstecken, als bei meinen zierlichen 185
cm.
Bei völliger Dunkelheit (in Frostfriesland
werden gegen 23 Uhr die Bürgersteige
hochgeklappt und die Straßenbeleuchtungen
abgeschaltet), aber sternenklaren Himmel mit
Vollmond gingen wir dann zurück zu Ehrlings
Domizil. Wir ließen nicht locker und setzten den
Abend in Ehrlings Wohnzimmer fort. Schließlich
war noch die Frage zu klären, warum Britta,
Annettes (die mit den ... 'psst!) Schwester, mit
einer Campingliege in eben diesem Wohnzimmer
abgespeist wurde, während in unserer Unterkunft
noch ein Bett und ein Zustellbett leer blieben.
Annettes (die ...) Erklärung, sie könnte ihre
Schwester nicht mit drei Männern nächtigen
lassen, war völlig unzureichend, denn schließlich
hätte UnsUwe, der für Holli schon Teil der
Familie ist, nun wirklich Annettes (...)
Vertrauen verdient (bei ihm war das Bett frei).
Und Thilo und mir steht doch die Harmlosigkeit förmlich
ins Gesicht geschrieben. Aber beim nächsten Mal
kann Annette (die mit den ... 'wer es jetzt noch
nicht begriffen hat, dem ist nicht zu helfen) ja
dann das Zustellbett bekommen und dann die ganze
Nacht über ihre Schwester wachen! <grins>
Nachdem Holli Brittas Nachtlager aufgeschlagen
hatte und seinen Rückzug ankündigte (war
Annette überhaupt noch da?), brachen wir als höfliche
Gäste die Abschlußfete dann wegen Müdigkeit
unserer Gastgeber ab. Der Marsch zu unserem
Quartier war bei diesem schönen Wetter gegen
halb drei eine echte Erfrischung, dennoch dauerte
es nicht lange, bis die Sägewerke in unserer
Wohnung ihre Arbeit aufnahmen.
Nach kurzer Nachtruhe räumten wir dann die
Wohnung am Sonntag morgen wieder, ich
verabschiedete mich und gab der netten
Vermieterin die Schlüssel zurück. Pünktlich um
9.55 Uhr traten wir (ich mit großem Nikolaus
bewaffnet) bei Ehrlings zum Frühstück an und
wurden erneut nach allen Regeln der Frühstückskunst
verwöhnt. Kaffee, Tee, frische Brötchen,
Aufschnitt, Marmelade, Eier, es fehlte wirklich
an gar nichts. Da Britta, UnsUwe und Thilo nach
dem Frühstück ebenso verschwinden mußten wie
das schöne Wetter, fiel das Sonntagmorgen-Programm
(Holli und Annette [die mit den 2 'n', 2 't', 2 'e'
und 1 'A'] hatten mehrere Angebote wie Wanderung
von Russland nach Amerika, Püllen smieten,
Fischbrötchen essen, Oldenburger Weihnachtsmarkt)
einfach ins Wasser. Dieses tat dem
megasuperpositiven Fazit dieses gelungenen
Wochenendes aber keinen Abbruch. Es war einfach
super und viel zu schnell vorbei!
| Vielen
herzlichen Dank an: |
|
 |
 |
Frank
Winkelmann
|