CHRONIK

Das Jahr 1976


Ein Jahr später im Jahr des 50-jährigen Bestehens hat die Realschule kaum einen Grund zum Feiern, denn die intensive Auseinandersetzung um eine kooperative Schule in Kirchlengern erhitzt die Gemüter, scheint dies doch mittelfristig zu bedeuten, dass eine der beiden Bünder Realschulen in ihrer Existenz gefährdet ist. Die Zeitungen liefern sich eine wahre Presseschlacht, was allein an den Schlagzeilen zu diesem Thema ablesbar ist: "Ein ganz klares Nein zur kooperativen Schule" (NW, 11.2), "Weg für die Einführung der kooperativen Schule freigegeben" (12.2.), "Gesetzentwurf ist im Interesse der Kinder abzulehnen" (24.2), "Für kooperative Schule" (11.3.), "Schwerwiegende pädagogische Bedenken gegen 'kooperative Schule'" (15.3), "Kooperative Schule bringt ein verbessertes Bildungsangebot" (12.12.)
Aber es gibt auch erfreulichere Meldungen: Frank Winkelmann wird eingeschult und ist damit der erste körperbehinderte Schüler an der Realschule Bünde-Nord.
Frank ist spastisch gelähmt, hat Störungen im motorischen, im Sprach- und im Hörbereich, weshalb er in der Schule und zu Hause eine besondere Schreibmaschine benötigt.
Realschuldirektor Eickmeier setzt sich intensiv für die Aufnahme ein und schon bald ist Frank in den Klassenverband integriert. Bei seinen Mitschülern wird er als "bester Mathematiker" häufig als Berater konsultiert.

Teamwork ist gefragt!

1982 erhält Frank die mittlere Reife in der Abschlussklasse 10 c bei Herrn Wetzel.